22. März 2017

Kapellenverein Heiligenhäuschen

An der Stelle, wo heute das neue Heiligenhäuschen steht, stand noch 1850 das alte Heiligenhäuschen. Es war ein niedriger Backsteinbau in Form eines Backhauses (Backes). In ihm befand sich schon damals die Statue des hl. Erzengels Michael.

Die Bewohner eines Wirtshauses auf dem Hingen übten lange die Wartung und ein Patronatsrecht über das Heiligenhäuschen aus. Als sie Ziegelsteine für einen neuen Bierkeller brauchten, rissen sie das Häuschen einfach ab. So verschwand nicht nur das Heiligenhäuschen, sondern auch die Statue des hl. Erzengels Michael. Als Jahre später ein Haus auf dem Hingen abgebrochen werden sollte, fand man ihn dort auf dem Dachboden. Er wurde für ein Spottgeld verkauft  und gelangte später in die Hände des Pfarrers Henken. Nach der Restaurierung wurde die Statue im Jahr 1901 in der Turmhalle der neuen Kirche aufgestellt.
An der Stelle des alten Heiligenhäuschens wurde in den 1920er-Jahren ein Holzkreuz errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg besannen sich die Katholiken vom Hingen und vom Winkel an das Heiligenhäuschen und beschlossen, an gleicher Stelle ein neues Kapellchen zu bauen.  An Pfingsten 1959 wurde es durch den Pfarrer Dr. Vitus eingeweiht. Die Statue des hl. Erzengels Michael holte man zurück, und so kann er noch heute an seinem alten Standort bewundert werden.

Kapelle Heiligenhäuschen

Kapelle Heiligenhäuschen

Erst im Jahr 1986 wurde der Kapellenverein Heiligenhäuschen gegründet. Bis dahin wurden die anstehenden Reparaturen und Verschönerungsarbeiten über Umlagen finanziert. Mit den Mitgliedsbeiträgen hatte man nun eine sichere Einnahmequelle. Als Zweckgemeinschaft verzichtete man auf eine Vereinssatzung. Erst 29 Jahre später wurde dieser Zustand geändert. Die Mitgliederversammlung verabschiedete am 17. März 2015 die Vereinssatzung des Kapellenvereins. Seitdem ist auch das Schierenkreuz mit einbezogen.
Vor der Flurbereinigung (ab 1951) stand das Kreuz ursprünglich mehr als 100 Jahre lang etwa 100 Meter südöstlich, zwischen den Weilern „Im Winkel“ und „Stiegel“, an einer Stelle, wo fünf Feldwege zusammentrafen. Die westlich gelegenen Parzellen am Weg Richtung „Winkel“ hatten die Bezeichnung „In der Schere“ („en de Schier“), daher kommt auch der Name Schierenkreuz. Erst im Oktober 2016 ließ der Kapellenverein das Kreuz mit Corpus restaurieren.

Kapelle und Kreuz sind auf Grundstücken errichtet, die der Pfarrgemeinde gehören. Der Kapellenverein hat die Aufgabe übernommen, die Bausubstanz des Kapellchens, dessen Innenraum mit den kirchlichen Figuren und den anderen beweglichen Gegenständen und die Außenanlage, sowie das Schierenkreuz zu erhalten und zu pflegen.

Jeder kann durch Spenden oder/und der Mitgliedschaft im Kapellenverein dazu beitragen, das Kapellchen und das Schierenkreuz zu erhalten.

Ansprechpartner ist der Vorsitzende und Kassenwart des Vereins:
Rolf Matzutt
Am Winkel 6
Tel.: 02452/8306
E-Mail: rolf.Matzutt@t-online.de